Die Hügel der wartenden Verderbnis
Unter einer bleiernen Sonne lagen die sanften Hügel des Reiches der Echsenmenschen still und unbewegt. Moosbedeckte Steinstelen und halb versunkene Tempelruinen zeugten von uralter Macht, während schwerer Nebel zwischen den Hügelkuppen hing. Es war ein Ort, geschaffen für Eroberung – und für Verderben.
Dort erschien zuerst Festus the Leechlord, Dämonenprinz des Nurgle, begleitet vom fauligen Atem seiner Legionen. Seuchenverhangene Winde krochen über die Ebene, während seine Diener warteten, dass der Boden selbst unter der Last ihrer Verderbnis erkrankte. Festus hatte den Hügeln seinen Anspruch aufgeprägt. Geduldig, wie es nur Diener des Seuchengottes sein können, harrte er aus.
Doch der Herausforderer blieb aus.
Denn jenseits der Nebel sollte Julius Bacchus, Orchestrator der Freuden, General des unheiligen Bündnisses aus Vampiren und Tiermenschen, erscheinen – ein Fürst dekadenter Grausamkeit, dessen Kriegsscharen die Hügel im Namen dunkler Gelüste erobern wollten. Die Tage vergingen. Nebel kam und ging. Die Dämonen warteten.
Doch Julius Bacchus kam nicht.
So endete die Schlacht von Erobern und Beherrschen, bevor auch nur ein Schwert gezogen wurde. Die Hügel blieben unentschieden, weder von Seuche noch von Verderbnis beansprucht.
Und irgendwo in der fauligen Stille ließ Festus ein schleppendes, gurgelndes Lachen hören.
Denn Geduld ist eine Tugend – besonders, wenn man ewig Zeit hat.