Der schweigende Magierturm
Auf einer windgepeitschten Hügelebene erhob sich ein uralter Magierturm, ein Relikt aus längst vergangenen Zeitaltern, dessen Runen selbst nach Jahrhunderten noch schwach im Dämmerlicht glühten. Viele Mächte hatten begehrliche Blicke auf diesen Ort geworfen, denn wer den Turm beherrschte, würde auch die arkanen Strömungen der Umgebung lenken.
Aus dem Westen rückten die Krieger der Hochelfen an. Unter dem Banner von Kaelrion Flammenwacht marschierten sie in geordneter Stille, ihre Rüstungen glänzten im kalten Licht der Hügel. Kaelrion selbst blickte zum Turm hinauf, wissend, dass ein solcher Ort nicht lange unangefochten bleiben würde.
Und tatsächlich – aus den östlichen Schatten kroch eine andere Macht heran.
Dort versammelte Grey Seer Rikkitar Warpsteinklaue seine verdorbenen Legionen. Warpsteinfunken glommen in seinen Krallen, während er in fiebrigen Visionen bereits sah, wie der Turm unter die Herrschaft des Chaos fallen würde.
Doch weder elfische Klinge noch verdorbene Klaue erhoben sich an jenem Tag.
Die Hügel verharrten im Schweigen. Späher meldeten Bewegungen, Banner wurden gesichtet – doch das Aufeinandertreffen, das unvermeidlich schien, kam nie zustande. So blieb der Turm unberührt, seine Runen flackerten weiter im Wind, während beide Armeen fernblieben.
Und der Magierturm wartete.
Denn Macht dieser Art bleibt niemals lange unbeansprucht.