Spielbericht

Das letzte Urteil der Blutinsel

Viele Monde waren vergangen, seit die ersten Banner auf der Blutinsel gehisst worden waren. Reiche waren entstanden und wieder zerfallen, uralte Relikte aus vergessenen Tempeln geborgen und mächtige Festungen Stein für Stein errichtet worden. Namen waren zu Legenden geworden – der Ewige Feldherr, der Gezeichnete, der Chronist der Blutinsel und viele weitere Kriegsherren hatten ihre Spuren im Schicksal der Insel hinterlassen.

Doch nun war die Zeit der Eroberungen vorüber. Die Chroniken der Alten berichteten, dass jede große Kampagne mit einem letzten Urteil enden müsse – einem Tag, an dem nicht mehr Provinzen, Burgen oder Minen zählten, sondern allein die Frage, welchem Schicksal die Blutinsel letztlich anheimfallen würde.

Während die Sonne über den alten Tempeln aufstieg, sammelten sich die letzten Heere zu ihren entscheidenden Feldzügen.


Runde I – Das Erwachen der letzten Kriege

Den Auftakt bildete die Begegnung zwischen den Gruftkönigen und den Echsenmenschen, deren Ausgang schon bald das gesamte Schlachtfeld erschüttern sollte.

Die Tempelwache, seit Jahrhunderten als unerschütterlicher Schild der Alten verehrt, trat dem Ansturm des gewaltigen Knochendrachens entgegen. Neben ihm erhob sich eine Nekrosphinx aus uraltem Stein, während die Gruftwache schweigend durch den Staub der Wüste marschierte. Selbst als die Magie der Slann die Verteidiger stärkte und ihre Speere im Sonnenlicht aufleuchteten, erwiesen sich die unheiligen Konstrukte der Nekromantie als unaufhaltsam. Stein zerbarst unter uralten Klauen, Reihen der Tempelwache brachen auseinander und schließlich verstummten selbst die letzten Kriegsgesänge der Echsenmenschen.


Nur wenig später tobte im Westen bereits ein ganz anderer Kampf. Die Goblins hatten sich auf einen wilden Ansturm der Oger vorbereitet, doch niemand hatte mit den finsteren Verbündeten gerechnet, die aus den Nebeln hervortraten.

Vampire stürzten sich mit erschreckender Geschwindigkeit auf die überraschten Grünhäute und rissen Breschen in ihre Reihen, noch ehe diese ihre zahlenmäßige Überlegenheit ausspielen konnten. Die Oger folgten wie ein Erdrutsch aus Fleisch und Stahl, und was als geordnete Verteidigung begonnen hatte, endete in einem überrannten Schlachtfeld.


Währenddessen trafen die Dämonen des Chaos auf die Hochelfen.

Die Elfen vertrauten auf Geschwindigkeit und Präzision, doch sie sahen sich einer Flut albtraumhafter Kreaturen gegenüber, die scheinbar gleichzeitig an allen Fronten zuschlugen. Kaum war ein Angriff abgewehrt, brach bereits der nächste über ihre Linien herein. Schließlich erreichte die pestverseuchte Horde den schwer bewachten Versorgungstross. Als der Baggage Train im Chaos aus Seuchen, Dämonen und schwelendem Rauch unterging, brach auch der Widerstand der Elfen endgültig zusammen.


An anderen Fronten blieb das Schwert in der Scheide.

Weder fanden die Heere des Chaos und der Zwerge zueinander, noch kreuzten Tiermenschen und Imperium an diesem Tag ihre Klingen. Die Insel schien selbst zu entscheiden, wo an diesem Morgen Blut fließen sollte.


Runde II – Der Preis des Sieges

Die zweite Runde begann mit einem Donnern, das über die gesamte Blutinsel hallte.

Der gewaltige Blutdämon der Chaoshorden stürmte den Linien des Imperiums entgegen, doch konzentriertes Schwarzpulverfeuer und wohlgezielte Kanonenschüsse rissen selbst den Dämonenfürsten aus der Wirklichkeit. Jubel brandete unter den Menschen auf, denn sie glaubten den Sieg bereits errungen zu haben.

Doch genau darin lag ihr Verderben.

Denn während alle Augen auf den fallenden Dämon gerichtet waren, brachen die übrigen Horden wie eine blutrote Flut über die linke Flanke herein. Reihen zerbarsten, Banner verschwanden unter Klauen und rostigen Klingen, und aus einem vermeintlichen Triumph wurde binnen weniger Augenblicke eine vernichtende Niederlage.


Im Zentrum der Insel trafen die Ogerkönigreiche auf die Gruftkönige.

Dort entbrannte kein schneller Schlagabtausch, sondern ein zermürbender Kampf titanischer Ausmaße. Vielfraße prallten auf Gruftwachen, gewaltige Hiebe trafen auf uralte Schilde, doch keine Seite war bereit, auch nur einen Schritt zurückzuweichen. Stundenlang mahlte diese gewaltige Schlacht beide Armeen nieder, bis am Ende kaum noch Krieger standen. Keiner hatte den anderen bezwungen; beide hatten lediglich den Preis des Krieges bezahlt.


Die Echsenmenschen errangen ihren Sieg kampflos, als die Zwerge nicht zum Feld erschienen.

So vermerkten die Chronisten zwar einen Triumph, doch selbst die Alten wussten, dass manche Siege weniger Ruhm brachten als andere.


Weit erbitterter verlief hingegen das Aufeinandertreffen von Goblins und Hochelfen.

Die Elfen schlugen mit beeindruckender Präzision zu und vernichteten die verbündeten Chaoszwerge beinahe vollständig. Doch während sie ihre Aufmerksamkeit auf diese Bedrohung richteten, hielten einfache Zwergenkrieger mit unbeirrbarer Sturheit die entscheidenden Missionsziele. Kein Ansturm vermochte sie zu verdrängen, kein Pfeilhagel ihren Willen zu brechen. Als die Sonne unterging, gehörte das Schlachtfeld trotz schwerster Verluste den Grünhäuten.


Runde III – Das Urteil der Kriegsgötter

Die letzte Runde begann mit einer Schlacht, die selbst erfahrene Veteranen noch lange erzählen würden.

Die Dämonen trafen erneut auf die Gruftkönige.

Aus allen Richtungen versuchten die Untoten, die Elite der Chaosarmee einzukesseln. Flankenangriffe folgten Schlag auf Schlag, uralte Legionen rückten unaufhaltsam vor und jeder Feldherr hätte erwartet, dass selbst Chaosritter einer solchen Übermacht schließlich erliegen müssten.

Doch genau das geschah nicht.

Wie von finsteren Mächten selbst geschützt hielten die Ritter jeder Umfassung stand. Der Chaosgeneral führte seine Krieger mitten durch den Mahlstrom der Schlacht, und wo andere Linien zerbrochen wären, kämpften sie unbeirrt weiter. Als schließlich auch der letzte Angriff der Gruftkönige zusammenbrach, gehörte der Sieg den Mächten des Chaos.


Den Ogern fiel ihr letzter Sieg kampflos zu, da das Imperium nicht erschien.

Doch das Schicksal hatte längst beschlossen, dass ihr wahrer Kampf nicht auf diesem Schlachtfeld entschieden werden würde.


Die wohl überraschendste Begegnung des Tages fand zwischen Echsenmenschen und Goblins statt.

Viele erwarteten einen wilden Ansturm der Grünhäute, doch stattdessen kämpften sie mit ungeahnter Disziplin. Geduldig hielten sie ihre Linien, warteten auf den richtigen Augenblick und nutzten schließlich die geheimnisvollen Schattenpfade der Insel, um ihre Krieger genau dort erscheinen zu lassen, wo die Verteidigung am schwächsten war.

Als schließlich auch noch waghalsige Kamikaze-Angriffe die Kampftänzer der Waldelfen zerschmetterten, brach der Widerstand der Echsen endgültig zusammen. Es war kein Sieg roher Gewalt, sondern einer überraschender Taktik.


Die letzte offene Schlacht zwischen Hochelfen und Zwergen verlief ungewöhnlich still.

Beide Heerführer wussten, dass es an diesem Tag um mehr ging als um Ruhm. Anstatt den Feind um jeden Preis vernichten zu wollen, kämpften beide mit bemerkenswerter Zurückhaltung, um möglichst viele Relikte der Alten zu sichern und damit das Schicksal der Insel zu beeinflussen. Es war ein seltenes Beispiel dafür, dass Weisheit den Blutrausch des Krieges besiegte.


Das Urteil der Blutinsel

Als die letzten Schwerter verstummten und der Rauch der Schlachten sich verzogen hatte, schien das Ergebnis eindeutig.

Die Dämonen hatten mit sechs Siegpunkten den höchsten militärischen Erfolg errungen. Ihre Banner wehten über den meisten Schlachtfeldern, und ihre Heere hatten eine Spur der Verwüstung hinterlassen, wie sie selbst die ältesten Chroniken nur selten beschrieben.

Doch die Blutinsel urteilt nicht allein nach der Stärke einer Armee.

Seit Anbeginn der Kampagne hatten die Kriegsherren Relikte der Alten geborgen. Am letzten Tag mussten sie entscheiden, ob sie deren Macht dem eigenen Vorteil opferten oder sie dem Schicksal der Insel weihten. Manche nutzten die Artefakte, um ihre eigenen Schlachten zu beeinflussen, und gaben damit den Verlockungen persönlicher Macht nach. Andere legten sie nieder, im Vertrauen darauf, dass das Wohl der Blutinsel schwerer wog als ein einzelner Sieg.

Als schließlich die Relikte gezählt wurden, war das Urteil eindeutig.

Sechsundfünfzig Opfergaben waren den Bewahrern dargebracht worden.

Den Kräften der Zerstörung standen lediglich achtundvierzig gegenüber.

Damit hatten nicht die Sieger der Schlachten das letzte Wort, sondern jene, die den Mut besaßen, ihre eigene Macht dem Wohl der Insel unterzuordnen.

Unter allen Bewahrern ragte schließlich ein Heer besonders hervor.

Nicht die Dämonen.

Nicht die Gruftkönige.

Nicht die stolzen Legionen der Echsen.

Sondern die Ogerkönigreiche.

Während andere um Ruhm kämpften, hatten sie zugleich den Willen der Alten erfüllt. So fiel ihnen letztlich die höchste Ehre zu, und in den Annalen der Blutinsel wurde verzeichnet, dass ausgerechnet jene, die viele nur als gefräßige Barbaren betrachteten, zu ihren unerwarteten Rettern wurden.

Die Blutinsel war bewahrt.

Und so schlossen die Slann die steinernen Tore ihrer Tempel, denn der Große Plan war – zumindest für dieses Zeitalter – erfüllt.

Galerie

Ergebnis der Schlacht

Sieg Verteidiger - Eric "Stony"
Verlierer aufgerieben?

Kriegsbeute

0

Schmachvolle Niederlage

0

Verletzung des Angreifers

Unverletzt

Verletzung des Verteidigers

Unverletzt

Armeeliste des Angreifers

Armeeliste des Verteidigers